Allerheiligen – Monestary ruin and waterfalls

Schon lange spukte in mir die Idee eines nächtlichen Ausflugs zur Klosterruine Allerheiligen, verborgen tief im Schwarzwald bei Oppenau. Um den Tag ideal zu nutzen plante ich eine Route quer durch den Schwarzwald mit erstem Ziel Bad Wildbad und dem dortigen Baumwipfelpfad, der erst 2014 eröffnet wurde. Leider spielte das Wetter an diesem frühen Nachmittag noch nicht mit und die geplanten Sonnenuntergangsfotos vom Turm des Baumwipfelpfades blieben aus.

Zumindest die einzigartige Architektur des Turmes konnte ich etwas in Szene setzen.

Turm des Baumwipfelpfades Bad Wildbad

Von oben hat man, bei klarem Wetter, einen tollen Ausblick über die Nordschwarzwaldregion. Leider blieb uns dieser teilweise verwehrt. Das Foto gibt aber einen Anhaltspunkt was an einem klaren Tag möglich sein kann.

Hoch oben vom Turm des Baumwipfelpfades

Auch auf dem Boden findet man unzählig viele Fotomotive. Hier z.B. ein mit Moos überwachsener Waldboden.

Waldboden

Nach diesem etwas enttäuschenden Beginn der Exkursion ging es dann weiter Richtung Oppenau mit kurzem Rast zur Essensaufnahme in Freudenstadt. Mittlerweile war die Sonne untergegangen und am Schliffkopf lag bereits der Nebel über den Feldern. Nach endlosen Serpentinen erreichten wir den Parkplatz der Klosterruine Allerheiligen. Zum Glück hatte es der Nebel noch nicht bis ins Tal geschafft. Ein Blick in den Abendhimmel zeigte zudem einige Sterne. Nicht wirklich klar, aber schön genug um sie auf Foto zu bannen.

Nach 5 minütigem Marsch erreichten wir die Klosterruine, die im Dunkeln einen imposanten Koloss aus dem frühen Mittelalter darstellte. Im späten 12. Jahrhundert wurde das Kloster erreichtet und fasziniert den Besucher seit nunmehr knapp 800 Jahren hier. tief im Schwarzwald.

Klosterruine Allerheiligen

Die ersten 20 Minuten liefen wir mit unserer Taschenlampe in der Hand durch die ehrwürdigen Gemäuer der Ruine und betrachteten sie aus allen verschiedenen Blickwinkeln. Mögliche Kamerapositionen wurden erkundschaftet und erst anschließend wurde das Equipment ausgepackt und aufgestellt. Ich ließ mir viel Zeit mit den einzelnen Shots, experimentierte verschiedenste Kameraeinstellungen und sorgte mit Hilfe der Taschenlampe für eine optimale Fokussierung auf das Wesentliche. Gute zwei Stunden fotografierte ich in der Ruine mit dem Wissen, dass dies nicht die letzte Location für diese Nacht bleiben soll.

Klosterruine Allerheiligen

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Mittlerweile wurde es hell am Horizont: Der Mond ging allmählich auf. Zeit um aufzubrechen und die dritte Station meiner heutigen Schwarzwälder Nachttour zu erreichen. Glücklicherweise liegt diese nur wenige Hundert Meter von der Klosterruine entfernt. Das Ehrenmal zum Gedenken an die Opfer des 1. Weltkriegs steht auf einer kleinen Anhöhe. Treppen führen hinauf zu der Architektur, die auch aus einer römischen Epoche stammen könnte, in Wahrheit aber gerade einmal 90 Jahre alt ist. Der Mond stand kurz vor dem Aufgehen hinter den Baumwipfeln am Horizont, mit einem klaren Sternenhimmel auf den Fotos war nun nicht mehr zu rechnen. Also musste der Mond mit in die Szenerie eingebaut werden. So warteten wir eine Viertel Stunde, bis er tatsächlich zu sehen war, und nutzten die Zeit um den armen Tee aus Thermoskanne zu leeren und die Umgebung auf uns wirken zu lassen. Anschließend baute ich wieder mein Equipment auf und schoss los.

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Mittlerweile hatten wir fast Mitternacht erreicht und die dritte und letzte Location lag noch vor uns. Ein 1,5 Km langer Fußmarsch in den in Dunkelheit gedrängten Schwarzwald lag vor uns. Das Ziel waren die Wasserfälle von Allerheiligen. Also packte ich die Ausrüstung wieder zusammen, schaltete die Taschenlampe eine Stufe höher und verabschiedete mich vom Ehrendenkmal. Unser Weg führte direkt in die Wildnis. Parallel zum Bach neben uns, der in einiger Entfernung mehrere Wasserfälle hervorbringen soll, marschierten wir den schmalen Waldweg entlang. Aus der Ferne hörte man bereits das Tosen der Wasserfälle. Die Landschaft verengte sich. Links und rechts ragten nun steile Felswände nach oben und wir standen inmitten einer Schlucht mit den Wasserfällen zu unserer Linken. Der Bach fiel an mehreren Stellen steil bergab und wir folgten seinem Lauf über die schmalen Treppen. Die Taschenlampe leuchtete uns den direkten Weg bis auf 1 oder 2 Meter vor uns, der Rest war in Dunkelheit getaucht. Die geeignete Location zu finden war nicht ganz einfach und so versuchte ich verschiedenste Standorte aus. Mal vom Waldweg, mal direkt im Bach stehend, was sich als nicht ganz ungefährlich erwies aufgrund der nassen und glitschigen Steine, die mir zumindest ein Mindestmaß an Halt boten. Für die Fotografie nutzte ich meine Taschenlampe. Ich beleuchtete die Szenerie rund 20 Sekunden lang und leuchtete die Umgebung mit meiner Taschenlampe aus. So bekam ich ein Licht, welches man am Tag in dieser Form nicht bekommt.  Drei Aufnahmen aus dieser wunderschönen “Grünen Hölle” möchte ich euch hier zeigen.

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Inzwischen hatten wir Mitternacht weit überschritten und es lag noch der Rückweg vor uns, der dieses Mal steil bergauf führte. Oben angekommen bot sich uns ein Naturschauspiel, welches man als Stadtmensch so nicht kennt. Der Nebel zog allmählich von den bewaldeten Hügel ins Tal hinab und man konnte ihm dabei zusehen wie er mehr und mehr Wald verschluckte.

Nebel auf dem Hügel

Fast beängstigend wie eine Lawine zog er immer weiter in unsere Richtung. Nun, da der Mond um 2 Uhr nachts weit oben am Himmel stand, machten wir nochmals Halt an der Klosterruine und ich schoss das ein oder andere Foto, deren Farben nun vollkommen anders ausfielen als noch Stunden zuvor. Auch wenn der Himmel nun sternenklar war, gefällt mir persönlich das Farbenspiel ohne Mondlicht wesentlich besser.

Am Ende stand eine zweistündige Rückfahrt nach Stuttgart und mit deren Ende gegen 4 Uhr in der Früh viele tolle Eindrücke  und die Gewissheit, dass dies nicht die letzte Tour in den faszinierend schönen Schwarzwald bleiben wird.

Abschließend noch ein paar “Outtakes” meiner Tourbegleitung. Aufgenommen mit einem Smartphone.

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Outtakes

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